Herzlich willkommen

beim Flensburger Schwimmklub

Drucken

Campusbad steuert auf neue Klippe zu

Geschrieben von Flensburger Tageblatt.

Das Flensburger Tageblatt berichtete am 16. Januar 2013:

Stammgast Günter Nissen: "Die Stadt wollte dieses Bad - jetzt soll sie auch dazu stehen." Foto: Rainer Fischer

Mitarbeiter und Gäste bangen um das Campusbad: Ende Januar läuft das Insolvenzgeld aus. Die Verhandlungen laufen noch. Die Gäste loben das Campusbad und wünschen sich, dass es weiter geht.

Flensburg. Seit knapp zwei Monaten steht der derzeitige Betreiber des Campusbades in der Insolvenz. Für die etwa 30 fest angestellten Mitarbeiter ist dies - bei laufendem Betrieb - eine Situation zwischen Bangen und Hoffen. Am Monatsende kommt es zum Schwur. Zum 31. Januar läuft das Insolvenzgeld aus. Dann, so ein Sprecher des Insolvenzverwalters Frank Schorisch, muss das Campusbad seine Kosten wieder selbst erwirtschaften. Und wie das funktioniert hat, ist bekannt. Nämlich gar nicht.

Sie sind möglicherweise ein Opfer des für Laien unverständlichen juristischen Vertragswirrwarrs dieser offensichtlich gescheiterten "Public-Private-Partnership". Aber auch die Besucher haben großes Interesse daran, ob und vor allem wie es mit "ihrem" Bad weitergeht.

Mehr als 150 Nutzer erwarten eine Entscheidung

Zum Beispiel Günter Vogt aus Flensburg. Der Pensionär kommt einmal die Woche mit Ehefrau und als Teil einer größeren Gruppe in den gut frequentierten Wellnessbereich. "Wir waren bereits Nutzer des alten Hallenbades", sagt er. Nach dessen Schließung hätten sie Alternativen in der Region ausprobiert, sich dann jedoch schnell für das neue Campusbad entschieden. "Die Mitarbeiter sind freundlich, die Anlage überzeugt, im Vergleich zum alten Bad gibt es genügend Parkplätze vor der Tür - wir sind absolut zufrieden und hoffen, dass es so weitergeht", lobt er das Campusbad.

Wie viele andere Besucher nutzt das Ehepaar Vogt jeweils das Angebot einer Jahreskarte: Für vorab 120 Euro kosten alle Eintritte ein Jahr lang nur die Hälfte. Aufgrund der Insolvenz gibt es in diesem Punkt eine Art Stau: Abgelaufene Karten werden zurzeit nicht erneuert. Über 150 Nutzer warten auf eine Entscheidung und zahlen jetzt das volle Entgelt, ist an der Kasse zu hören. Rein kaufmännisch warten also fast 20 000 Euro dringend auf Verbuchung - und dieser potenzielle Umsatz wächst laufend weiter...


"Im Campusbad ist alles stimmig"

Die gute verkehrliche Anbindung des Campusbades zu seinem Wohnort Freienwill empfindet Günter Nissen als sehr praktisch. Früher hat er die Sauna eines privaten Fitnessclubs genutzt, wie jetzt auch immer im Winterhalbjahr. Eine Jahreskarte hat er daher nicht, nutzt aber den so genannten 'Mondscheintarif' für elf Euro ab 18 Uhr. "Ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis", sagt er. Außerdem schätzt er die Vielfalt des Wellnessbereichs mit allein fünf Saunen und seinem großzügigen Ambiente inklusive Gastronomie zwischen den Saunagängen. Den Werdegang zur Insolvenz beurteilt der Geschäftsführer eines örtlichen Handwerksbetriebes kritisch: "Die Parallelsituation zu Glücksburg ist insgesamt unglücklich. Wirtschaftlicher wäre zum Beispiel ein größeres Freizeitbad am dortigen Traditionsstandort gewesen und ein Schwimmbad hier. Die Ansiedlung auf dem Campus sollte ja auch ein Angebot für Flensburgs Studenten sein." Dass ein größeres Badangebot teurer sei als ein kleines Sportbad, sei klar. "Die Stadt wollte das damals so; also sollte sie auch dazu stehen und gegebenenfalls einen höheren Zuschuss leisten", so die überzeugte Meinung von Günter Nissen.

Intensiver Stammgast im Campusbad ist auch Michael Runge. Regelmäßig nutzt er den Saunabereich zwei Mal die Woche - wovon ihn auch die 45 Kilometer von seinem nordfriesischen Wohnort Risum-Lindholm nicht abhalten. Die erwähnte Jahreskarte ist ein echter Vorteil für ihn: "Habe gerade den Punkt des 'Break-Even' erreicht", rechnet er nach. Die Faktoren Entfernung und Zeit seien zwar zu berücksichtigen; andere Saunaanlagen wie in Husum oder auf Sylt böten nicht so viel Auswahl oder seien teurer und daher kaum vergleichbar. Nach Feierabend nach Glücksburg zu fahren, ist ihm aber zu umständlich. "Räumlichkeiten, Fläche, Vielfalt - im Campusbad ist alles stimmig", sagt er bestimmt. Auch der großzügige Ruhebereich gefalle ihm. "Ich wünsche mir, dass die Angebote des Campusbades zukünftig so erhalten bleiben", so das Statement von Michael Runge aus Risum-Lindholm - mit dem er die Stimmungslage der meisten Campusbadnutzer repräsentativ wiedergeben dürfte.

Hinter den Kulissen wird eben an diesem Ziel fieberhaft gearbeitet. "Alle Beteiligten stehen in engem Kontakt", sagt Schorischs Sprecher. "Und natürlich wissen wir, dass wir eine schnelle Lösung finden müssen."

Login Form

Wer ist online?

Zur Zeit sind 104 Gäste und keine Mitglieder online