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"Flensbourg, c’est moi"

Geschrieben von Flensburger Tageblatt.

Das Flensburger Tageblatt berichtete am 24. November 2012:

Geschichte ist nicht jedem gegeben. So fand jüngst eine bedauerliche Verwechslung den Weg in die Zeitung, nachdem ein Exkurs in die Historie gründlich in die Hose gegangen war. 


Der bayrische Monarch Heinrich XIV. wurde vor einigen Tagen als "Sonnenkönig" einem Vergleich mit Oberbürgermeister Simon Faber ausgesetzt. Was für ein Schmarrn. "Ein neuer Sonnenkönig ist geboren", hatte FDP-Frontfrau Meike Bruhns verkündet. Schwer erbost darüber, dass der Verwaltungschef ("ein strikter Befürworter des Tober-Modells") die kleinen Fraktionen in der Lenkungsgruppe Campusbad nicht habe berücksichtigen und damit kritische Stimmen unterdrücken wollen. 

Gemeint, die Ähnlichkeiten mit Simon Faber betreffend, war selbstredend nicht Heinrich, sondern Ludwig XIV. - en français Louis Quatorze. Sie zielte damit offensichtlich nicht auf einen äußeren Vergleich wie etwa in puncto Kleidungsstil oder Frisur (siehe Fotos) ab, sondern auf charakterliche Eigenheiten. Der legendäre Sonnenkönig lebte (bekanntlich?) von 1638 bis 1715, hatte also viel Zeit, der Nachwelt Rühmliches und weniger Rühmliches zu hinterlassen. Er förderte Kunst und Kultur (siehe Faber) und stand für die Politik des königlichen Absolutismus (dito?). Von ihm ist das legendäre Zitat "L’état, c’est moi" überliefert: "Der Staat, das bin ich."

Wir ahnen also, wohin die Reise geht. Ludwig XIV. ist für seinen Hang zum Luxus, für ausschweifenden Lebensstil, für seine extreme Verschwendungssucht bekannt und berüchtigt. Er hatte aber, hat Meike Bruhns sich schlau gemacht, keine Ahnung von Finanzen; dafür aber einen sehr tüchtigen Finanzminister, Jean-Baptiste Colbert, der für ihn das nicht vorhandene Geld bei den armen Bürgern auftreiben musste - und als Dank dafür an die Luft gesetzt wurde. Auch das, findet die Freidemokratin, zeige gewisse Parallelen zu Flensburg.

Wir wollen uns an dieser Stelle untertänigst bei Heinrich XIV. entschuldigen. Der lebte (bekanntlich?) von 1305 bis 1339, ohne besondere Großtaten hervorgebracht zu haben - die Lepra schließlich raffte ihn dahin.

Apropos. Thomas Rasmussen, Geschäftsführer der Flensburger Friedhöfe, wurde jetzt zum Koordinator der bereits erwähnten Arbeitsgruppe Campusbad berufen. Kein bemerkenswerter Vorgang an sich, aber er ruft die Spötter auf den Plan. Die nämlich sehen plötzlich ungewohnte Perspektiven für das klamme Bad. Rasmussen solle, so schlagen sie vor, seiner Fantasie einfach mal freien Lauf lassen. "Seebestattungen indoor" seien zum Beispiel eine Alternative mit Zukunft. Und vielleicht könne man der Wasserrutsche in diesem Zusammenhang eine sinnvolle Zukunft angedeihen lassen, bevor diese in der Insolvenzmasse abtauche. Die gut 30 Mitarbeiter, die meisten von ihnen in Teilzeit beschäftigt, dürften derlei Ideen als makaber, als geschmacklos empfinden. Für sie geht es, um im Bild zu bleiben, schlicht ums Überleben. Insolvenzverwalter Frank Schorisch hat zu ihnen bereits gesprochen. Seine Botschaft: Gehälter können maximal noch drei Monate gezahlt werden. Doch schon nach deren zwei müsse eine wirtschaftliche Basis für den Weiterbetrieb gelegt sein - mit welchem Betreiber auch immer. 

Es ist erstaunlich, dass in diesem Strudel der Name Tober wieder an die Oberfläche gespült wird. Totgesagte, so steht zu befürchten, leben länger.

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