|
Hintergrund des Projektes:
Der Flensburger Schwimmklub (FSK) hat ca. 400 Mitglieder und der Haderslev Svømmeklub (HSK) hat 600 Mitglieder. Beides sind reine Schwimmvereine. Seit 1930 besteht der FSK und in diesem Jahr findet zum 35. Mal das Internationale Fördepokal-Schwimmfest statt, das sich in der Vergangenheit regelmässiger Beteiligung auch aus Dänemark erfreuen konnte.
Dänische Beteiligungen haben in der Vergangenheit der Veranstaltung definitiv neue Impulse gegeben. Allerdings musste der FSK feststellen, dass in den letzten Jahren trotz wachsender Gesamt-Beteiligung die Zahl der Teilnehmer aus dem Nachbarland Dänemark abgenommen hat. Schwedische Vereine aus verschiedenen Städten sind ständige Gäste, während aus Dänemark grundsätzlich nur Århus vertreten ist. Das bedauert der FSK sehr - gleichzeitig ist aber auch festzuhalten, dass die deutsche Beteiligung an dänischen Schwimmwettkämpfen sehr begrenzt ist. Es wäre von Vorteil, noch mehr internationale Konkurrenz und hier speziell aus Dänemark kennen zu lernen.
Gleiches gilt für die dänische Seite. Auch dort wünscht man sich mehr Beteiligung aus dem Nachbarland und vor allem aus der Region. Die großen Städte wie etwa Hamburg und Berlin sind häufiger vertreten als der nächste Nachbar.
Sowohl der FSK als auch der HSK sind sehr daran interessiert, die jeweils anderen Trainingsmethoden, die Organisation mit der Dänischen Schwimmunion bzw. dem Deutschen Schwimmverband, die Finanzierung der Vereine und die sonstigen Bedingungen, unter denen auf der jeweils anderen Seite der Grenze geschwommen wird, kennen zu lernen. Die Sprachbarriere und die Ländergrenze haben bisher eine direkte Kontaktaufnahme zwischen dänischen und deutschen Schwimmvereinen auf ein eher kleines Maß begrenzt.
Man lädt sich ein zu Wettkämpfen, aber da man sich nicht gut kennt, bleibt die Teilnahme an internationalen Wettkämpfen auf einige wenige Schwimmer begrenzt. Beispielsweise müssen heute, um FSK-Schwimmern die Teilnahme an Trainingslagern zu ermöglichen, große Entfernungen (>100 km) zurückgelegt werden, obwohl auf der dänischen Seite in weit geringerer Entfernung Alternativen bestehen könnten.
Das Projekt „Kulturbrücke“ als Interreg-4A-Projekt ist für den FSK und den HSK eine phantastische Möglichkeit, den Kontakt zwischen Deutschland und Dänemark zu etablieren und zu vertiefen - beide Seiten werden davon profitieren. Um den Prozess zu initiieren, hat der FSK Kontakt zum HSK aufgenommen. Der dortige Vorsitzende, Bo JM Secher, war schnell für ein erstes Treffen zu gewinnen, und so konnten wir uns schon am 21.11.2008 erstmals zu einem Gespräch zusammensetzen, an dem zunächst nur zwei Personen teilnahmen. E-Mails und Informationen wurden ausgetauscht und ein zweites Treffen, an dem nun 6 Personen teilnahmen, fand am 08.01.2009 statt. Die Vorstände der Klubs sind informiert und damit ist der Stein ins Rollen gekommen.
Auf den erwähnten Treffen haben sich die deutsche und dänische Seite besser kennenge-lernt und gemeinsame Ziele für einen längeren Zeitraum der Zusammenarbeit mittels der „Kulturbrücke“ formuliert. Bereits jetzt wurden ca. 100 Stunden ehrenamtlicher Arbeit auf beiden Seiten geleistet.
Ziel des Projektes und Beschreibung der Zielgruppe(n):
Ziel beider Schwimmklubs ist zunächst einmal das gegenseitige Kennenlernen. Die Organisation der Klubs ist verschieden, die Trainingsbedingungen sind verschieden, die Ausstattung ist verschieden. Es finden sich jedoch auch Gemeinsamkeiten bei den Schwimmern, die jeweils in Leistungsgruppen eingeteilt sind, deren Niveau vergleichbar ist. In beiden Klubs werden pro Jahr mehrere große Wettkämpfe mit Hunderten von Schwimmern durchgeführt. Wir möchten erreichen, dass Schwimmer mit vergleichbarem Niveau die Möglichkeit haben zusammen zu kommen, um die andere Seite besser kennenzulernen, gemeinsam zu trainieren und gemeinsame Erlebnisse zu haben. Es gibt Leistungsschwimmer (Alter 15 bis ca. 20 Jahre), die an sehr vielen Wettkämpfen teilnehmen. Sie haben Bedarf nach einem Trainingslager mit Gleichgesinnten.
Die Jüngeren, etwa ab einem Alter von 12 Jahren, freuen sich gleichermaßen über ein Trainingslager. Diese Trainingslager geben die Möglichkeit, das andere Land zu besuchen und dort für einige Zeit etwas zusammen zu erleben und neue Freundschaften zu knüpfen. Da das Training etwa vier Stunden am Tag in Anspruch nimmt, bleibt viel Zeit für ein kulturelles Programm, bei dem Archivare oder auch Lehrer eingebunden werden, die uns etwas über die Geschichte der Region berichten können. Auch der Besuch von Museen oder Ausstellungen ist möglich und angestrebt.
Ein Jugendaustausch mit gemeinsamer Teilnahme an einem der Wettkämpfe ermöglicht einen tieferen Einblick in die gegenseitige Organisationsstruktur und eröffnet zudem Zu-gang zu einem vertiefenden kulturellen Programm. Selbstverständlich soll die Unterbringung der Jugendlichen gemeinschaftlich erfolgen und auch das Essen wird gemeinsam eingenommen.
Im Gegensatz zum Trainingslager ist hier die Teilnahme offen und die Gruppe wird von der Altersstruktur her gemischt sein. Üblicherweise nehmen auch viele Eltern an solchen Veranstaltungen teil. Um die Kosten bei so vielen Übernachtungen im Rahmen zu halten, wird auf jeglichen Luxus verzichtet und auch die Möglichkeit der Unterbringung in Schulen ist mit einbezogen.
Da in beiden Ländern unterschiedlich trainiert wird, ist es interessant für Trainer und einige Schwimmer, Besuche der jeweilig anderen Trainingsgruppen zu organisieren und voneinander zu lernen. Unabhängig davon ist es erstrebenswert, daß die Trainer sich treffen und austauschen können.
Die organisatorische Seite soll auch nicht zu kurz kommen, denn wir können von den unterschiedlichen Systemen viel lernen. Daher möchten auch die Vorstände an einem Austausch teilnehmen. |